01.03.2015 von Klaus Holst

Wie entstehen eigentlich Schlaglöcher? Teil 2: Schlaglöcher auf asphaltierten Wegen

Bild 1

In der letzten Ausgabe der PETT MAN SÜLM ging es um die Entstehung von Schlaglöchern auf Wegen mit wassergebundenem Belag (Schotter). Der folgende Text beschäftigt sich mit der Entstehung von Schlaglöchern auf Asphaltdecken. Auch hier gilt: Freispruch für die Radfahrer, sie sind mit ihrem Fahrrad zu leicht, um einen Weg beschädigen oder gar zerstören zu können.

Wenn die Radfahrer nicht die Mitverursacher von Schlaglöchern auf asphaltierten Wegen sind, können es doch eigentlich nur die Autofahrer sein? Das stimmt nur zum Teil, denn auch natürliche Faktoren wie Regen, Frost und Pflanzenwurzeln setzen einer Asphaltdecke erheblich zu. Oft schafft aber erst der Kraftfahrzeugverkehr eine Angriffsmöglichkeit für „Wind und Wetter“.

Da der Untergrund von Straßen und Wegen niemals fest genug verdichtet werden kann, es also unter dem Straßenbelag immer festere und weichere Bodenabschnitte gibt, können Kraftfahrzeuge durch ihr Gewicht Risse in eine Asphaltdecke hineinbrechen. Das gilt besonders für LKWs, denn die Zerstörungswirkung eines Fahrzeuges steigt mit seinem Gewicht,

das heißt, die auf die Straße wirkenden Kräfte eines schweren LKWs sind überproportional größer als die eines Kleinwagens. Landwirtschaftliche Wege und kleine Straßen sind oft mit besonders leichter und dünner Asphaltdecke angelegt und daher besonders anfällig für die Beschädigung durch zu schwere Fahrzeuge. Die Fahrspuren auf einem solchen Weg sind dann bald mit feinen, doch bald immer gröber werdenden Rissen durchsetzt, während die Mitte des Weges meist noch unbeschädigt bleibt. (Bild 1)

Wenn sich erst einmal Risse gebildet haben, können Regen und Frost angreifen. Regenwasser dringt in die Risse ein, bei Frost wird daraus Eis und das tut seine Wirkung durch Frostsprengung. Ein Vorgang, der im Laufe der Erdgeschichte schon ganze Gebirge zerlegt hat! Große Temperaturschwankungen bewirken ein Übriges.

Wenn durch die Frostsprengung erst einmal die Bestandteile des Straßenbelages gelockert sind, dann wird der Prozess der Straßenzerstörung durch den Kraftfahrzeugverkehr beschleunigt fortgesetzt. Die ursprünglich einmal fest zusammenhängende Asphaltdecke wird durch die Einwirkung von Kraftfahrzeugen immer weiter zerbröselt, bis sie schließlich zu schotterähnlichem Material zerkleinert worden ist. Dieses Material wird durch darüber rollende Reifen zu allen Seiten hinausgeschleudert, Schlaglöcher entstehen und vergrößern sich, ähnlich wie es auch bei einem Schotterweg zu beobachten ist. (Bild 2)

Allerdings können Risse im Straßenbelag auch durch Pflanzen entstehen. Kleine Risse sind beliebte Landeplätze für Samen aller Art, die dann beim Keimen ihre sprengende Kraft entfalten. (Bild 3) Erheblich größere Schäden werden durch Baumwurzeln angerichtet. Das ist auf Radwegen hinsichtlich des Fahrkomforts besonders unangenehm, weil die Wurzel den Straßenbelag anhebt und eine sehr kurze Bodenwelle entstehen lässt. (Bild 4) Die Straßendecke ist nicht elastisch genug und reißt. Wenn erst einmal ein Riss da ist, hat die Wurzel sich Platz geschaffen und drückt die Bodenwelle weiter nach oben.

Fazit: Radwege werden im allgemeinen nicht durch Fahrräder, sondern durch natürliche Faktoren wie Frost und Baumwurzeln angegriffen. Dagegen werden „normale“ Straßen, durch das hohe Gewicht von Kraftfahrzeugen rissig, so dass eindringendes Wasser und Frost ihr Zerstörungswerk beginnen können.

Text / Fotos: kh

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