20.08.2015 von Jürgen Lieske

Vier Jahre Ausreden oder warum Fahrradbügel vor einem Wedeler Einkaufszentrum nicht machbar

"Felgenkiller" in Wedel (Foto: Rainer Hagendorf)

Noch immer werden „Speichenkiller“ häufig als durchaus geeignete „Fahrradständer“ oder gar Fahrradabstellanlagen betrachtet. Sei es aus Unwissenheit, Kostenersparnis, Platzmangel oder einfach nur aus Gleichgültigkeit.

Auch in Wedel ist dieses Problem keineswegs unbekannt, im Gegenteil. Die Zustände am größten Einkaufszentrum in Wedels City, den Welau-Arkaden, sind zur Zeit besonders zu den Haupteinkaufszeiten chaotisch. Vor dem Haupteingang gibt es ohnehin kaum Abstellplätze. Am Hintereingang zum Parkplatz findet man fast ausschließlich Speichenkiller. Um eine ausreichende Anzahl von Fahrradbügeln installieren zu können, müssten einige der mehr als 300 Autostellplätze von dem Bewirtschaftungsunternehmen „zurückgemietet“ werden.

Seit mehreren Jahren steht die Wedeler ADFC Gruppe deshalb mit dem Hauptmieter und Centermanager der Welau-Arkaden in Verbindung, um für angemessene Fahrradabstellplätze in Form von Fahrradbügeln zu sorgen. Die Gespräche blieben allerdings bisher ergebnislos. Eine Ausrede folgte der anderen: Mehrmals hieß es, der Vermieter habe gewechselt; oder: Man könne nichts genaues sagen; oder: Man habe die Sache nicht aus den Augen verloren. Passiert ist nach mehr als vier Jahren in Bezug auf die Fahrradabstellplätze jedoch nichts. Dafür vergrößert der Manager des Wedeler Einkaufszentrums gerade seine Geschäftsfläche in den Welau-Arkaden erheblich – ohne die Situation für die radfahrenden Kunden zu verbessern. Offen bleibt letztlich nun die Frage, ob der Vermieter des Einkaufszentrums oder der besagte Manager meint, Radfahrer seien Kunden zweiter Klasse.

Leider ist dieses Einkaufszentrum auch nicht das einzige Beispiel dieser Art in der Stadt, wie auch das schlechte Abschneiden im Klimatest bewiesen hat: Wedel belegt Platz 279 von 292 Städten unter 50.000 Einwohnern. Wir sind der Meinung, dass wir als radfahrende Kunden, die wir auf platzsparende und emissionsfreie Art und Weise zum Einkaufen fahren, ebenso einen Anspruch darauf haben, unser Fahrrad sicher vor Diebstahl und Beschädigung abstellen zu können, wie andere Kunden ihre Autos.

Spricht Sie dieses Thema an? Wie ist Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie uns!
Per Mail an: wedel@adfc-sh.de oder an: ADFC Jürgen Lieske, Martin-Niemöller-Str. 26, 22880 Wedel

Um dem Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel Geltung zu verschaffen oder um Touren zu gestalten oder Fahrräder zu codieren oder den ADFC bei verschiedenen Festen zu vertreten, möchte die Wedeler ADFC Gruppe Interessenten motivieren, mit Lust sich in einem tollen Team für eines unserer Themen zu engagieren.


Jürgen Lieske

Foto: Rainer Hagendorf

Zurück

Einen Kommentar schreiben