08.06.2012 von Rolf Jungbluth

Uns PETT MAN SÜLM wart nich ünnergahn

Wi graleer ton 25. Geboortsdag! Wat is uns PETTMANSÜLM för ne schnuckelige junge Fruu worn. Von veertein Siden is se wassen to veerunveertig Siden und dann in Farv. Dank ok an de Redakschon.

Aver wat wer ik grantig, as ik dat hört har in Norderstedt op de Versammeln von de Allgemeen Dütschen Fahrrad-Club, se wüllt uns dissen scheunen Noom klaun un een hochdütschen Nomen geven. Schorsch hett mi mol vertellt, dat se to een Fohrrad Pettmansülm seggt.

De Europäische Gerichtshoff hett amtlich faststellt, Plattdütsch is een egen Sprak. In Kiel und ok in Berlin giff se sick bannig veel Möh, dat dat so blifft. In de Schweiz hebt se ok veer Spraken, jüst as in uns Land twischen Nord- un Ostsee. Wi hebt Plattdütsch, Freesch, Däänsch und noch een Sprak - wi heet de noch - weer dat hochdütsch or engelsch? Liekers brukst nich veer Spraken lihren, Plattdütsch alleen is noog.

Wenn dat keen begriepen deit, denn wahrt wi uns in Schleswig-Holsteen. In Johr föfteinhundert hebt de Dithmarscher in Hemmingstedt bölkt „Wahr di Garr, de Bur de kumt“. Vandaag heet dat „Wahr di Hochdütsche, de Plattdütsche kumt“, un dann haut wi allens in Dutt. Schorsch, de veer mol dat Johr de PETTMANSÜLM mit sien Auto von Flensborg bit Lübeck verdeelt, hett al seggt, mien Auto is mucksch wenn es “Treten Sie bitte mal selber“ statt PETTMANSÜLM utlevern mutt. Leve PETTMANSÜLM-Schriewers, wi könnt uns ook wedder verdregen, schriev man PETTMANSÜLM un dor ünner bannig groot: Fahrradzeitung für Schleswig-Holstein. Dann weet elk een, wat he sick inpackt het un altosomen sind tofreeden, de Hochdütschen un de Plattdütschen. Striet mutt nicht ween. Beter is, fiefuntwintig Johr töven.

Glöv nich, dat een "Biker", de jüst ton "Sale" int "Shopping-Center" fohrt und sien "Coffee to go" schlabbert, dat de een Fahrradzeitung lest. De graptscht sick bi sien "bike-store.de" de „Northern German Bicycle-News" (fröher PETTMANSÜLM“) von de GGCC (General German Cycle-Club) un dat „PETTMANSÜLM“ ganz lütt dor ünner steiht, dat högt mi bannig dor boven över de Wulken.

 

Übersetzung ins Hochdeutsche:

Unsere „PETT MAN SÜLM !“ wird nicht untergehen

Wir gratulieren zum 25. Geburtstag. Was ist unsere PETT MAN SÜLM für eine fesche junge Frau geworden. Von vierzehn Seiten ist sie auf vierundvierzig Seiten gewachsen und dann noch in Farbe. Vielen Dank auch an die Redaktion. Aber, was war ich grantig, als ich in Norderstedt auf der Versammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club hörte, sie wollen uns diesen schönen Namen klauen und einen hochdeutschen Namen geben. Georg hat mir mal erzählt, dass man zu einem Fahrrad auch „Pettmansülm“ sagt.

Der Europäische Gerichtshof hat amtlich festgestellt, Plattdeutsch ist eine eigene Sprache. In Kiel und Berlin gibt man sich viel Mühe, dass diese Sprache bleibt. In der Schweiz gibt es auch vier Sprachen, gerade so wie in unserem Land zwischen Nord- und Ostsee. Wir haben Plattdeutsch, Friesisch, Dänisch und noch eine Sprache. Wie hieß die noch, war das Hochdeutsch oder Englisch? Aber Du musst nicht vier Sprachen lernen, Plattdeutsch alleine reicht.

Wenn das keiner begreift, wehren wir uns in Schleswig-Holstein. Im Jahre 1500 haben die Dithmarscher in der Schlacht bei Hemmingstedt gerufen „ Wehr dich Garde, der Bauer kommt“ Heute heißt es „Wehr Dich Hochdeutscher, der Plattdeutsche kommt“ und dann hauen wir alles kurz und klein. Georg Krüger, der vier mal im Jahr die PmS mit seinem Auto von Flensburg bis Lübeck verteilt, hat schon gesagt, mein Auto ist beleidigt, wenn es statt PmS „Treten Sie bitte mal selber“ ausliefert. Liebe PmS-Schreiber, wir können uns aber auch wieder vertragen, schreibt man PETT MAN SÜLM! darunter sehr groß Fahrrad-Zeitung Schleswig-Holstein

Dann weiß jeder, was er sich mitgenommen hat, und alle sind zufrieden, die Hochdeutschen und die Plattdeutschen. Streit muss nicht sein. Besser ist, weitere fünfundzwanzig Jahre zu warten. Ich glaube nicht, dass ein „Biker“ der gerade zum „Sale“ ins Shopping-Center“ fährt und seinen „coffee to go“ schlabbert, dass der eine Fahrrad-Zeitung liest. Der greift sich bei seinem „Bike-store“ die „North-German Bicycle-News“ früher „PETT MAN SÜLM“

vom GGCC (General German Cycle-Club) und dass „PETT MAN SÜLM !“ ganz klein darunter steht, dass freut mich sehr, wenn ich es oben von meiner Wolke aus sehe.


Rolf Jungbluth, Norderstedt

Text geschrieben mit Hilfe von Georg Krüger aus Tönning

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