13.03.2014 von Klaus Holst

Steckbrief: Der Weserradweg - ein Radweg, der ein paar Sterne verdient hätte

In loser Folge stellen wir die beliebtesten Radfernwege aus der wohlwollend-kritischen Sicht des Tourenradlers vor. Heute geht es um den Weserradweg. Der ADFC hat ihn bisher noch nicht auf seine Sternetauglichkeit hin geprüft. Verdient hätte er welche!

  • Länge: ca. 450 km von Hannoversch Münden bis Bremerhaven
 
  • Qualität des Belages: Durchgehend Asphalt, überall breit genug für Fahrradanhänger
 
  • Steigungen: Nur zwischen Rinteln und Porta Westfalica gibt es einige leichte Steigungen
 
  • Verkehrssicherheit: Fast ausnahmslos vom übrigen Verkehr getrennte Wege, teils abseits von Straßen, teils Straßen begleitend; stark befahrene Radwege in Bremen neben Hauptverkehrsstraßen
 
  • Beschilderung: meistens gut, das Herausfinden aus Bremen erfordert jedoch etwas Pfadfindergeist
 
  • Rastplätze: ausreichend, oft an den Uferabschnitten der kleinen Orte
 
  • Gastronomie und Unterkünfte: zahlreich, besonders zwischen Hann. Münden und Porta Westfalica
 
  • Anreise mit der Bahn: über Hamburg mit Metronom bis Göttingen (umsteigen in Uelzen), dort umsteigen nach  Hannoversch Münden; es gilt ab Hamburg das Niedersachsen-Ticket! Daneben besteht auch die Möglichkeit, mit einem IC-Zug bis Göttingen zu fahren. Das ist jedoch erheblich teurer und außerdem besteht im IC-Zug für das Fahrrad Reservierungspflicht.
 
  • Rückreise: ab Bremerhaven nach Bremen mit RE-Zug, dort umsteigen in den Metronom nach Hamburg; oder von Cuxhaven mit dem Metronom direkt nach Hamburg. Es gilt wieder das Niedersachsen-Ticket. Wer bis vor seine eigene Haustür mit dem Rad fahren möchte, dem ist vielleicht auch mit der die Fähre Wischhafen - Glückstadt geholfen.
 
  • Informationen: Mehrere Verlage geben Radreiseführer für den Weserradweg heraus. Die Website www.weser-radweg.de ist mäßig informativ, gibt aber viele Hinweise auf weitere Informationsmöglichkeiten.  

 

Ein wunderschöner, abwechslungsreicher Radweg, der mit der Bahn ohne teure und aufwändige Anreise gut zu erreichen ist. Bis Porta Westfalica wird der Weg von den Höhenzügen des Weserberglandes begleitet. Zahlreiche durch Fachwerk geprägte kleine Städte liegen am Weg, so Höxter, Holzminden, Hameln und Rinteln. Auch Bad Karlshafen mit seiner historisch barocken Innenstadt ist sehenswert. Nördlich von Porta Westfalica beginnt die norddeutsche Tiefebene, flach, weit und fahrradfreundlich. Der Weg führt durch Minden, Nienburg und Verden, alle lohnen sie einen Besuch. Bremen ist dann ein besonderes Highlight, sein Zentrum mit Rathaus, Roland und Dom ist UNESCO-Weltkulturerbe. Dort locken auch die Böttcherstraße und das Schnoorviertel mit seinen winzigen Häusern. Weserabwärts von Bremen bis hin zur Mündung bei Nordenham/Bremerhaven wird es dann zunehmend maritim.

 

Fazit: Ein Weg, der es mit den schönsten Flussradwegen Deutschlands aufnehmen kann. Er dürfte beim Sterne-Ranking ganz oben stehen. Für uns Norddeutsche verdient seine gute Erreichbarkeit einen zusätzlichen Stern! 

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