27.02.2015 von Klaus Holst

Steckbrief: Der Oder-Neiße-Radweg

Ein Radweg für Naturfreunde

Auf dem Oderdeich (Foto: kh)

In loser Folge stellen wir die beliebtesten Radfernwege aus der wohlwollend-kritischen Sicht des Tourenradlers vor. Heute geht es um den Oder-Neiße-Radweg. Der ADFC hat ihm vier Sterne (von maximal fünf) verliehen.

Der Oder-Neiße-Radweg galt lange als Vorzeigemodell für einen touristischen Radweg. Viel wurde getan, um ihn für die Radler angenehm und komfortabel zu machen. Mit vier Sternen hat der ADFC die Route klassifiziert wegen ihrer guten Routenführung und gerin- gen Verkehrsbelastung. Autofreie Wege mit guter Oberfläche findet man vor allem in Sachsen und Brandenburg.

Nördlich von Schwedt bei dem kleinen Ort Mescherin verlässt der Weg die Oder in Richtung Nordwesten. Ab hier geht es über kleine Straßen weiter bis ans Stettiner Haff nach Ueckermünde - kurzzeitig auch einmal begleitet von stärkerem Autoverkehr. Von Ueckermünde aus gibt es eine Fähre (zweimal täglich) zur Insel Usedom, eine weitere kleine Fähre findet man etwa 15 km weiter westlich in dem Ort Kamp bei der Ruine der großen Eisenbahnhubbrücke. Beide Fährfahrten ersparen den Umweg über Anklam und die Fahrt neben der stark befahrenen B 110 zwischen Anklam und Usedom.

Die kulturellen Sehenswürdigkeiten finden sich besonders im Süden: Zittau selbst ist se- henswert, doch auch ein Abstecher ins Zittauer Gebirge zum Berg Oybin lohnt sich. Görlitz nennt sich nicht zu unrecht „eine der schönsten Städte Deutschlands“. Der Muskauer Park mit seinem Schloss zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Frankfurt bietet bescheidenen Großstadtflair. Nördlich von Frankfurt dominiert dann die Natur, auf dem Deich fährt man durch das Oderbruch und durch den Nationalpark Unteres Odertal. Zum Abschluss ist dann die Insel Usedom ein Highlight für Ostseefans. Fazit: Ein ein idealer Radweg für Freunde der Ruhe und der Natur.

  • Länge: ca. 465 km von Zittau bis Usedom
  • Qualität des Belages: Durchgehend gut
  • Steigungen: nicht erwähnenswert
  • Verkehrssicherheit: Fast ausnahmslos vom übrigen Verkehr getrennte Wege, lange Strecken auf dem Deich
  • Beschilderung: gut
  • Rastplätze: ausreichend
  • Gastronomie und Unterkünfte: ausreichend, nach Norden hin etwas abnehmend
  • Rückreise: ab Usedom mit der Usedomer Bäderbahn; umsteigen in Stralsund und Rostock Richtung Hamburg, in Richtung Lübeck zusätzliches Umsteigen in Bad Kleinen; außerdem gibt es von dem "Umsteigebahnhof" Löcknitz (20km westlich von Stettin) mehrmals täglich durchgehende Züge nach Lübeck. Bis Hamburg (über Büchen) und bis Lübeck gilt das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket.
  • Da der Weg fast keine Steigungen hat, lässt er sich auch gut in Nord-Süd-Richtung befahren.
  • Informationen: Mehrere Verlage geben Radreiseführer für den Oder-Neiße-Radweg heraus. Die offizielle Website der Fremdenverkehrsverbände lautet www.oderneiße-radweg.de (ein Minus-Strich!), sie ist ausführlich und informativ. Daneben gibt es auch die private Website www.oder-neiße-radweg.de (zwei Minus-Striche!), auch sie ist hilfreich, wenn auch nicht immer ganz aktuell.

kh / alle Fotos kh

Ahlbeck (Usedom; Foto: kh)

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