01.01.2012 von PETT MAN SÜLM! Redaktion

Radschnellwege in Schleswig-Holstein

In PETT MAN SÜLM! 4/2011 berichteten wir von den Plänen über den Bau von Radschnellwegen in Niedersachsen. Im folgenden Briefwechsel überlegen der Vertreter der Linken am Runden Tisch Radverkehr, Tim Stüttgen, und der Lübecker ADFC-"Chef" Carsten Kramer, wo man in Schleswig-Holstein Radschnellwege einrichten könnte.

Hallo Carsten, 

habe gerade in eurer neuen "PETT MAN SÜLM!"-Ausgabe den Artikel über Radschnellwege gelesen. Habt ihr das schon mal für die alte Travemünder Landstraße zwischen Solmitzstraße und Elbingstraße bzw. zwischen Elbingstraße und Ivendorfer Landstraße überlegt? Für den Kfz-Verkehr werden diese Abschnitte ja nur noch wenig bis gar nicht gebraucht und allzu viel liegt ja auch nicht an der Straße, das man mit einem Auto erreichen müsste. Ich denke, die Verbindung Lübeck-Kücknitz-Travemünde wäre für einen Radschnellweg durchaus eine Überlegung wert (also beispielsweise auch der Abschnitt Lübeck-Herrentunnel). 

Viele Grüße 

Tim 

 

 

Hallo Tim, 

dein Vorschlag wäre zumindest eine Antwort auf die am Ende des Artikels aufgeworfenen Frage, wo es in SH eine entsprechende Relation gibt. Ansonsten sind dies m.E. in Schleswig-Holstein nur noch die großen Umlandgemeinden der beiden Großstädte Kiel und Lübeck (Stockelsdorf, Bad Schwartau, Kronshagen, Schwentinental). Radschnellwege sollen aber schon die gesamte Verbindung darstellen, es reicht dann nicht nur einen Abschnitt ohne PKW zu haben. Wenn man von dem von dir vorgeschlagenen Teilstück der Travemünder Landstraße ausgeht, stellt sich schon die Frage, wie eine Anbindung nach Ivendorf ohne Ampeln, Kreuzungen und natürlich auch Bahnübergängen erfolgen soll und wie dort (in Ivendorf) eine eigenständige Radverkehrsführung aussehen könnte. Aber um diese Idee aufzugreifen: Es wäre vielleicht eine Position, die ihr in euer Landeswahlprogramm aufnehmen könnt (kostet wahrscheinlich weniger als ein Tunnel durch den Sund)!

Herzlichen Gruß 

Carsten 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Torben Frank | 14.04.2012

Moin!
Eine Nord-Süd- sowie eine Ost-West-Verbindung wären gut. Im Rahmen der Diskussion über den Bau einer weiteren Tunnelröhre unter dem NOK in Rendsburg, muß auch ein Fahrradtunnel angesprochen werden. Derzeit gibt es im vom Kanal geteilten Rendsburg keine feste Kanalquerung für den Radverkehr. Im Fußgängertunnel werden Fahrradfahrer nur geduldet. Im Rahmen eines Rad-Schnell-Weges Flensburg-Hamburg durch Schleswig, Rendsburg und Neumünster müßte solch ein Tunnel entstehen. Parallel zu einigen Bundesstraßen gibt es noch alte Land- oder Kreisstraßen. In ihrer Bedeutung abgesunkene Straßen bieten genug Platz für eine Umgestaltung. Für eine Ost-West-Verbindung Kiel-Husum könnte z.B. die alte Bahntrasse Rendsburg-Erfde herhalten, die mit EU-Gelder schon umgebaut wurde, aber leider hinter Rendsburg bis Hohn einen miesen Split als Untergrund bekam. Teilasphaltiert wäre das ein wunderbarer Radschnellweg mit danebenliegendem Gehweg, für Pendler aus den Dörfern nach Rendsburg.
Leider gibt es außer den Bahntrassen und den in ihrer Bedeutung abgesunkenen Straßen kaum Raum für neue Wege. Hier sehe ich das Problem. Im Prinzip müssen wir gucken, wo gäbe es den Raum, wie läßt sich dieser verknüpfen? Gibt es den Bedarf? Dann läßt sich der Radschnellweg fordern.
Herzliche Grüße
Torben