27.02.2015 von Frank Spatzier

Mobilität am langen Arm: Täglich mit Faltrad und Nahverkehr zur Arbeit

Für Andreas Teegen ein ausbaufähiges Erfolgsmodell

Praktisches Faltrad (Foto: Andreas Teegen)

Mit Faltrad und öffentlichem Nahverkehr täglich zum Arbeitsplatz zu kommen, ist in Großstädten nichts Ungewöhnliches. Ähnliches gilt für Schleswig-Holstein, denn Falträder dürfen auch hier kostenlos in den Zügen mitgenommen werden. Andreas Teegen, Mitglied des Landesvorstands des ADFC Schleswig-Holstein, lebt die kombi- nierte Mobilität aus Nahverkehr und Faltrad täglich aus.

Um auf seinem täglichen Arbeitsweg von Bad Segeberg nach Büdelsdorf bei Rendsburg zu kommen, benutzt er den SH-Tarif und sein Faltrad. Unstimmigkeiten mit dem Personal gab es dabei in den Zügen von nordbahn und DB-Regio noch nie. Und auch an Platzprobleme mit dem Faltrad kann er sich nicht erinnern. Selbst in den kleineren Zügen der nordbahn fin- det Andreas Teegen selbst zu den Stoßzeiten immer einen Platz für sein klappbares Gefährt. Dieses wird kostenlos transportiert und muss auch nicht verpackt werden.

Den letzten Ausschlag für den Umstieg auf den Nahverkehr gab eine sachliche Betrach- tung der Kosten. So ist eine Monatskarte schlicht günstiger als die Kosten für ein Auto, fand Andreas Teegen heraus. Und auch ist er mit der Bahn zwischen Bad Segeberg und Rendsburg nicht länger unterwegs, als er es mit dem Auto wäre. Schnell erkannte er, dass sich das Faltrad hervorragend dazu eignete, die Bahnhöfe zu erreichen oder von ihnen wegzu- fahren. Zumal die Strecken überschaubar sind: 1,5 Kilometer in Bad Segeberg und 4,5 Kilome- ter in Büdelsdorf.

Auf diese Weise muss Andreas Teegen nicht mehrere Fahrräder an mehreren Bahnhöfen stationieren. Das Faltrad mit 20-Zoll-Laufrä- dern ist für ihn dabei ein guter Kompromiss aus kompakter Größe und guten Fahreigenschaf- ten selbst für längere Radfahrten.

Mittlerweile ist für ihn der tägliche Arbeits- weg zur Freude geworden. Und das vor allem, weil diese Form der Mobilität für ihn gleich- zeitig ein Fitnessprogramm ist. Die Bewegung an der frischen Luft möchte Andreas Teegen jedenfalls nicht mehr vermissen. Außerdem findet er es ungemein praktisch, fast an jedem Ort sein Fahrrad dabei haben zu können. Für längere Distanzen nutzt er den Nahverkehr, das Faltrad verschafft dann die individuelle Mobili- tät vor Ort. Und auch die Zeit in Bahn oder Bus nutzt er zum Lesen oder Ausruhen. Letzteres freut ihn besonders, denn es wäre im Auto un- denkbar. So ist es für ihn der pure Luxus, nicht mehr permanent auf den Verkehr achten zu müssen und sich kostengünstig und umweltschonend fortzubewegen. 

Aber Andreas Teegen hat auch einiges zu bemängeln. Da wäre zum einen die sehr grobmaschige Taktung der Verbindungen. Diese führe regelmäßig zu Problemen bei Verspätungen oder kurzen Umsteigezeiten, gibt er zu bedenken. Generell mahnt er eine bessere Zuverlässigkeit beim Nahverkehr an. 

Zum anderen seien die Verbindungen in den Abend- und Nachtsstunden unzureichend. Besonders im ländlichen Bereich vermisst er Nachtbusse. Dennoch überwiegen für ihn die Vorteile. Doch nicht nur für ihn. Täglich begenen ihm immer mehr Pendlerinnen und Pendler, die ein Faltrad dabei haben. Und auch die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft mbH zeigt sich offen für neue Lösungen, den geänderten Mobilitätsbedürfnissen der Menschen zu begegnen.

Für Andreas Teegen ist die Kombination von Nahverkehr und Faltrad also ein Erfolgsmodell. Ein Erfolgsmodell mit viel Luft nach oben.

 

fs/ Andreas Teegen

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