12.09.2013 von ADFC Lübeck

Lübecker Radverkehr auf dem Weg in die Sackgasse

 

Der Hauptausschuss der Bürgerschaft hat am Dienstag, den 10.09.2013, die Aufhebung der Wiederbesetzungssperre für die Position des Fahrradbeauftragten abgelehnt. Über viele Jahre hat sich der scheidende Fahrradbeauftragte Lübecks, Hans Walter Fechtel, mit viel Engagement für die Belange des Radverkehrs eingesetzt. Zum Abschluss seiner Tätigkeit hat er in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch Fahrradverkehr den Bericht „Fahrradfreundliches Lübeck“ verfasst. Dieser Bericht beinhaltet unter anderem auch einen Masterplan für die Förderung des Radverkehrs und die Sanierung und Erweiterung der Radverkehrsinfrastruktur in Lübeck.



Der Bericht lag auch der Bürgerschaft zur Kenntnis vor und es ist zu befürchten, dass er in einer Schublade verschwindet, wenn es zukünftig keinen Fahrradbeauftragten mehr gibt, der die Umsetzung des Masterplans innerhalb der Bauverwaltung und in Richtung der politischen Gremien forciert.

Aus Sicht des ADFC ist es vollkommen unverständlich, dass es in einer Stadt wie Lübeck, mit derzeit schon 17% Radverkehrsanteil am Gesamtverkehrsaufkommen, Tendenz steigend, keinen Fahrradbeauftragten geben soll, der sich mit den Belangen des Radverkehrs hauptamtlich befasst.

Radverkehrsförderung ist eine Querschnittsaufgabe, die nicht nur in der Bauverwaltung Beachtung finden muss. Bei den Themen Lärmminderung und CO2 – Reduzierung ist der Bereich Umwelt einzubinden, die Radfernwege sind für die Touristiker interessant.

Die Verkehrsprobleme Lübecks können nur gelöst und die selbstgesetzten Umweltziele nur erreicht werden durch die konsequente Förderung des Radverkehrs. Diese Zusammenarbeit erfordert eine Koordinierungsstellung in Form eines Fahrradbeauftragten.

Der ADFC Kreisverband Lübeck fordert daher eine sofortige Wiederbesetzung der Stelle

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Kommentar von Heinz Speiche | 22.09.2013

In Kiel gibt es seit über 20 Jahren auch einen von meinen Steuergeldern bezahlten s. g. Fahrradbeauftragten.
Womit er beauftragt ist, ist am Radverkehr nicht erkennbar.
Also nehmt das eingesparte Geld, und nutzt es vernünftig.
Der Kieler Fahrradbeauftragte jedenfalls ist überflüssig.