22.09.2014 von Frank Spatzier

Lübeck: Räder auf die Ratze(burger Allee)!

Auf der Ratzeburger Allee in Lübeck ist nicht gut radeln. Während sich der Autoverkehr auf ganzen vier Fahrspuren breit machen darf, drängeln sich die Radfahrer auf je einem schmalen Radweg pro Richtung. Ein unhaltbarer Zustand, wie die Initiative "Spurwechsel" findet.

 

Sie fordert einen Rückbau auf jeweis eine Fahrspur pro Richtung. Der freiwerdende Raum kann so als Radfahrstreifen markiert werden. Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, lud die Initiative zu einer kleinen Radtour auf die Fahrspur der Ratzeburger Allee ein - als Verbund. 

 

Hinrich Kählert (Stattauto) machte es deutlich: Durch die Neugestatltung der B207 werde sich der Verkehr auf der Ratzeburger Allee deutlich reduzieren. Wozu brauche man dann noch zwei Fahrspuren in jeder Richtung? Selbst das Örtchen Pogeez (Landkreis Herzogtum-Lauenburg) habe schon darauf reagiert, warum nicht auch Lübeck?

Fast alle der geschätzt über einhundert Teilnehmer der Aktion kennen die Situation an der Ratzeburger Allee aus eigener Erfahrung. Während für den Autoverkehr jede Menge Platz ist, bleiben für den Radverkehr nur jeweils ein schmaler Radweg pro Fahrtrichtung. Und diese sind überwiegend in schlechter Qualität. Wurzelaufbrüche, Bordsteinkanten und vor allem gefährliche Ein- und Ausfahrten zu Firmengeländen machen das Radeln unsicher und unbequem.

Eine Situation, die sich einfach verändern lässt. So fordert die Initiative Spurwechsel einen Rückbau der Ratzeburger Allee auf jeweils einen Fahrstreifen pro Fahrtrichtung. Und jeweils einen Fahrradstreifen auf dem freiwerdenden Platz. Eine gute Idee, denn so lassen sich auch die Vorteile von Fahrradstreifen voll ausnutzen. Allen voran die bessere Sichtbarkeit von Radfahrern, denn diese werden so wieder ins Bewusstsein der Autofahrer gerückt.

Schwere Unfälle, wie etwa der von der Einfahrt zum Aldi-Parkplatz dürften so verhindert werden. Damals (Januar 2014)  war eine Radfahrerin von einem 40-Tonner erfasst und schwer verletzt worden. Der Fahrer des LKW hatte die Frau beim Abbiegen zur Ladezone des Discounters schlicht übersehen (Siehe PMS-Artikel).

Um schon einmal zu demonstrieren, wie sich das Radeln auf einer komfortablen Fahrspur anfühlt, lud die Initative Spurwechsel am 19. September zu einer Radtour im Verbund über die Ratzeburger Allee. Los ging's am Taxiparkplatz  an der Medizinischen Universität. Entspannt machte sich der bunte Radfahrer-Verbund dann auf zum Mühlentorteller und dann wieder zurück auf den Aldi-Parkplatz. Und das alles bei allerbestem Spätsommerwetter.

Zu den Unterstützern der Inititative Spurwechsel zählen neben dem ADFC Lübeck und Stattauto noch die Lübecker Fachhochschule sowie deren AStA (Allgemeiner Studierendenenausschuss), der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität zu Lübeck, die St.-Jürgen-Runde und der Lübecker Bauverein.

Ziel der Initiative ist es auch, Unterschriften für ihre Forderung zu sammeln und Bürgermeister Bernd Saxe zu übergeben. Bis zum 20. Dezember werden dazu 5.000 Unterschriften benötigt. Unterschriftslisten liegen an folgenden Orten aus:

  • Biomarkt Landwege am Brink
  • Gärtnerei Witt
  • Schuhreparatur H. Vösterling
  • FAHR'RADladen
  • Mobilitätscenter im Werkhof

Natürlich lassen sich die Unterschriften auch online Abgeben unter https://www.openpetition.de/petition/online/spurwechsel-jetzt-radstreifen-auf-der-ratzeburger-allee

Facebook-Präsenz von Spurwechsel: https://www.facebook.com/radstreifenratzeburgerallee

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