13.03.2014 von PETT MAN SÜLM! Redaktion

Leserbriefe aus Heft 2/2014

Hier finden sich Leserbriefe von Dr. Detlef Steuer und Gerdt Hübner.

(Schein-)Vorteile für Mitglieder? 

Ein Offener Brief an den Vorstand und die Reaktion darauf

 

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Unserem Mitglied Dr. Detlef Steuer waren manche Produktplazierungen in der Radwelt seit einiger Zeit übel aufgestoßen, eine Meldung im ADFC e-Impuls 76/2013 brachte für dann das Fass zum Überlaufen. Er sah die Zeit reif, seinen Unmut an den Bundesvorstand in einem offenen Brief, der auch als Leserbrief an die PMS und die Radwelt gerichtet war, darzulegen. Wir veröffentlichen hier wesentliche Passagen dieses Briefes und dokumentieren die Reaktion des Bundesvorstandes auf seinen Denkanstoß:

 

Mein Name ist Detlef Steuer und ich bin Co-Sprecher der Ortsgruppe Ahrensburg in Stormarn in SH (www.adfc-ahrensburg.de). Ich nehme die e-Impuls Mail 76/2013 als Anlass, auf eine Entwicklung im Verein hinzuweisen, die ich für fatal halte. Es stinkt mir gewaltig, wenn mir der ADFC als Verein scheinbare "Vorteile für Mitglieder" verschafft, die keine sind. Meiner Meinung nach wird auf diese Weise der Fokus unseres Vereins von der eigentlichen Kernkompetenz abgelenkt. Ich verstehe, dass man Sponsoren brauchen kann, aber nur, wenn wirklich auch etwas Gutes bei den Mitgliedern ankommt. 

Zwei Beispiele möchte ich geben. Beispiel 1: Falk Ibex 32 DE als "Vorteil" für 339,95 € plus Versand. Bei amazon 341,95 € ohne Versand. Es macht mich nicht arm, aber es ist schon kurios, wenn den Mitgliedern vermittelt werden soll, dass es ein Vorteil der Mitgliedschaft ist, im Endeffekt aber mehr bezahlt wird, als wenn man einfach mal so im Internet schaut. Beispiel 2: Strom. Bei entega bekomme ich ein Angebot inkl. ADFC-Rabatt für 1152 € im Jahr, eine einminütige Recherche im Netz liefert, auch mit Ökostrom, einen Lieferanten für 1017 €. Das sind grob 13% weniger! Ich kann gerne spenden, aber ich mag nicht hinters Licht geführt werden!

Wie soll ich Mitglieder werben, wenn der Verein solche seltsamen Kooperationen mit wem auch immer abschließt und die Mitglieder so aber über den Tisch gezogen werden? Beides sind Angebote, die nichts mit unserer Kompetenz "Förderung des Alltagsradelns + Fahrradtourismus" zu tun haben! Ich kann jedes Mitglied verstehen, das sich im nächsten

Jahr am Info-Stand über die Empfehlung von entega beschwert. Das getäuschte Mitglied hat einfach Recht. Wenn wir zu den eigenen Mitgliedern nicht mehr aufrichtig sind, ist das viel schlimmer, als wenn ein paar Euro kurzfristig weniger in der Kasse sind. Unsere Glaubwürdigkeit ist das einzige Kapital. 

Und es geht so weiter. Klar ist ein Rabatt für Mietwagen was Nettes. Aber: Statt billiger Mietwagen will ich Fahrradmitnahme im Zug! In jedem Zug! Irgendwie scheint diese Kernforderung des ADFC von der Agenda verschwunden? Ich hoffe nicht! Setzt euch bitte dafür ein! Diese sogenannte "Mobilitätskette" interessiert mich als Tourenradler nicht. Auch hier verlässt der Verein seine Kernkompetenz und verliert die eigenen Mitglieder aus den Augen! Keine Mobilitätskette ohne eigenes Fahrrad aber mit Mietwagen! Das ist nicht unser Vereinsziel! Wir müssen aufrichtig bleiben, auch wenn irgendwo ein paar Euro winken! Bitte denkt darüber mal nach! 

Mit besten Grüßen Dr. Detlef Steuer 

 

Anmerkung der Redaktion:

 

Im anschließenden Mailverkehr mit den Vertretern des Bundesvorstandes Ludger Koopmann und Burkhard Stork wurden einige Standpunkte des Vorstandes klar gemacht. Wir stellen hier die Aussagen aus den Antwortmails als Gegenpositionen gekürzt, aber möglichst neutral und kommentarlos dar, um auch ein Bild der Stimmung im Vorstand zu diesen Fragen zu vermitteln.

Zum einen scheint es sich nicht um Anzeigen oder andere Vereinbarungen mit den Anbietern zu handeln. Nach Auskunft des Vorstandes bekommt der ADFC kein Geld für diese Empfehlungen, sondern diese werden aus Überzeugung ausgesprochen. Der Stromanbieter wird gewählt, da pedelecs nur mit Öko-Strom sauber sind, so die Meinung des Vorstands. Dabei sei der gewählte Anbieter top. 

Die Mobilitätskette mit Leihrädern, Leihwagen etc. sei deshalb so wichtig, da im Fernverkehr quasi keine Reiseradler aufzufinden seien. Reiseradler seien eher eine Randgruppe. Natürlich sollen aber auch im Fernverkehr Räder mitgenommen werden dürfen. Die Vereinbarung für die nächste Generation der ICx sei diesbezüglich ein großer Erfolg. 

Hinweis: Im Nachgang zu den Maildiskussionen hat sich Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des ADFC, bereit erklärt, mal vorbeizuschauen, um mit allen Interessierten vor Ort zu diskutieren. Termin: 20.3.2014 um 19.30 Uhr, Ort: Ahrensburg, Denkmalturnhalle der Stormarnschule, Näheres unter: www.adfc-ahrensburg.de!

 

Leserbrief von Gerdt Hübner zu: Wi(e)der die alljährliche Rutschpartie (Heft 1/2014, S. 14 ff.)

 

Liebe Redaktion,

im März 2013 hatten wir wahrlich genug Schnee - und die Radwege waren kurzzeitg nicht passierbar. Aber - noch nie hat die Straßenmeisterei so gut gekehrt wie im März 2013! Ich schicke gern Fotos von meinem täglichen Arbeitsweg zwischen Lensahn und Oldenburg in Holstein; Hut ab! So konnte ich diesen Winter fast täglich fahren - in den Jahren davor war daran gar nicht zu denken.

Gerdt Hübner

 

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