02.01.2014 von Klaus Holst

Landesversammlung 2013 in Kiel

Foto: Klaus Holst

In der Kieler Jugendherberge am Ostufer der Förde fand in diesem Jahr die Landesversammlung des ADFC Schleswig-Holstein statt. Als Gast vom Westufer kam der Staatssekretär Ralph Müller Beck (SPD) und überbrachte das Grußwort des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie.

In seinem Ministerium sei bekannt, so beginnt Müller Beck seine Rede, dass die Radverkehrsanlagen nicht oder nicht mehr die Qualität haben, die der zunehmende Radverkehr erfordere. Eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur für den Radverkehr könne man nur mit einem Bündel von Maßnahmen erreichen. Nach weiteren Worten des Verständnisses für die oft mangelhaften Verkehrsverhältnisse, die den Radfahrern zugemutet werden, spricht Müller-Beck auch das Thema "mangelndes regelkonformes Verhalten" der Radfahrer an. Hier können allerdings die Teilnehmer etliche Beispiele von unsinnigen und nicht nachvollziehbaren Beschilderungen und Verkehrsführungen nennen, die geradezu einen Regelverstoß herausforderten. Das entbinde zwar die Radler nicht, sich an die Verkehrsregeln zu halten, so die Antwort von Müller-Beck, doch auch in den Amtsstuben müsse man sich fragen lassen, ob hier nicht Korrekturen an Ort und Stelle vorzunehmen seien. Man sehe im Ministerium den ADFC als einen willkommenen Partner, dessen Stimme gehört werde.

Für die gastgebende Ortsgruppe Kiel begrüßt Christian Ramm das Plenum. Er erwähnt die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt, berichtet über Planungen von Radschnellwegen und einem geplanten Radweg auf der Trasse der Alten Güterbahn. Das Tourenprogramm der Ortsgruppe sei beliebt ebenso die Neubürgertouren, für die es sogar eine Aufwandsentschädigung von der Stadt gebe.

Es folgen die Rechenschaftsberichte des Vorstandes und der Stellvertreter. Heinz-Jürgen Heidemann dankt allen Mitarbeitern, die sich nach dem Umzug in der neuen Geschäftsstelle schnell eingearbeitet haben. Im Laufe des Berichtsjahres seien mehrere Ortsgruppen neu gegründet worden, so in Bad Segeberg, Bargteheide, Kaltenkirchen, Mölln, Trittau und demnächst auch Plön.

Von den zahlreichen Aktivitäten des Vereins erwähnt er die Aktionen "Mit dem Rad zur Arbeit", "Mit dem Rad zum Einkaufen", das Landpartiefest in Plön, Mitarbeit und Stellungnahme zum Verkehrssicherheitsbericht, Beteiligung an der Aktion Tempo 30, die Teilnahme an zahlreichen Sitzungen, Fachtagungen usw. 

Im Anschluss daran folgen die Berichte der Stellvertretenden Vorsitzenden aus ihren unterschiedlichen Arbeitsbereichen. Reiner Hinsch setzte sich für eine klare Tarifstruktur und für eine vereinfachte Fahrradmitnahme in der Bahn ein.

Ines Petzlaff berichtet aus dem Arbeitsbereich Tourismus von einem leichten Rückgang der Anzahl von B+B-Betrieben, wobei auch die neue Marke B+B-Sport in SH wenig neue Betriebe erschließt. Insgesamt seien die Ortsgruppen und Kreisverbände bemüht darauf hinzuwirken, dass die verantwortlichen Kommunen die Qualität der touristischen Radfernwege steigern oder zumindest erhalten.

Jürgen Hentschke betreute im Berichtsjahr neben seiner Tätigkeit als Webmaster im Kreis Stormarn und in den Nachbarkreisen über 50 Info-Stände und trug damit erheblich zum Mitgliederwachstum in Stormarn bei. Klaus Holst trägt stellvertretend für Frank Spatzier den Rechenschaftsbericht für den Bereich Medienarbeit vor. Hierin wird die Doppelfunktion der "Pett man sülm" als Vereinsblatt und als PR-Organ des ADFC-SH mit großer Außenwirkung betont. 

Anschließend trägt Sönke Lunding den Rechnungsbericht vor. Der Umzug in die neue Geschäftstelle erforderte 20.000 EUR, die aus den Rücklagen bezahlt wurden. In diesem Zusammenhang ergab sich eine kontroverse Diskussion über die von Finanzamt geforderte Abschmelzung der Rücklagen, die immer noch ca. 50.000 EUR beträgt. Es steht zu befürchten, dass die Rücklagen in den nächsten Jahren vollständig aufgezehrt sein werden. Damit taucht die Frage auf, wie zukünftig Finanzierungslücken geschlossen werden können. Dieses Problem ist in nächster Zeit anzugehen, hier könnten gezielte Aktionen und neue Ideen helfen, die Zahl der Mitglieder so weit zu erhöhen, dass dadurch eine solide Finanzgrundlage auf Dauer entsteht. 

Der Vorstand wurde durch die stimmberechtigten Mitglieder mit der überwiegenden Mehrheit, wenigen Enthaltungen und ohne Gegenstimmen entlastet.

Der Antrag auf Satzungsänderung § 3 (Einführung der Ehrenamtspauschale für Mitglieder des Landesvorstandes) wurde vom Vorstand zurückgezogen. Dagegen wurde der Antrag von Reiner Hinsch mit großer Stimmenmehrheit angenommen: Die Versammlung möge beschließen, dass der Bundesvorstand des ADFC sich dafür einsetzt, die Fahrradmitnahme in ICE und IC-Zügen der DB zu ermöglichen bzw. auszuweiten. 

Nach den erforderlichen Neuwahlen setzt sich der Vorstand jetzt aus folgenden Personen zusammen: Heinz-Jürgen Heidemann (Vorsitzender); Reiner Hinsch (Verkehrspolitik); Sönke Lunding (Finanzen); Ines Petzlaff (Tourismus), Frank Spatzier (Medienarbeit, Pett man sülm) neu im Vorstand ist Andreas Teegen.

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