03.07.2011 von PETT MAN SÜLM! Redaktion

Hebammensteg Barrierefrei

„Eher kommt ein Kamel durchs Nadelöhr, als eine Hebamme durch den Hebammensteg“. Da es keine eindeutigen Vorschriften für die Einrichtung und Beschaffenheit einer Umlaufsperre gibt, lassen sich die Verantwortlichen auch manchmal dazu bewegen, so ein Hindernis zu entfernen.

Kein Durchkommen durch das Nadelör
Kein Durchkommen durch das Nadelör
Der Hebammensteg in Bönningstedt (Kreis Pinneberg) hat seinen Namen sicher aus historischen Tagen, in denen die Hebamme aus Garstedt (Kreis Segeberg) per Fahrrad oder zu Fuß kommen musste, um dort den werdenden Müttern bei der Geburt beizustehen. Wäre dies heute noch so, könnte das Probleme bereiten. So demonstriert Kinderkrankenschwester Dagmar (in historischer Tracht), dass sie mit ihrem Fahrrad und den Packtaschen, die das notwendige Material enthalten, nur mit Schwierigkeiten durch das Gitter gelangen kann. Wenn die Hebamme heutzutage nicht mit dem Auto zu Hausgeburten käme, könnte es durchaus zu unangenehmen Schlagzeilen im Gemeindeblatt kommen. Vielleicht so: „Werdende Mutter musste ihr Kind allein entbinden – Hebamme blieb im Hebammensteg stecken!“. Glücklicherweise ist es soweit noch nicht gekommen. Aber auch ohne bevorstehende Hausgeburt ist dieses Gitter ein Ärgernis für Fahrradfahrer mit Anhänger, Rollstuhlfahrer, aber auch für Familien mit Kinder- oder Bollerwagen.

Darum fordert der ADFC die Entfernung des Gitters - nicht nur hier. Es gibt noch zahlreiche ähnliche Sperren, die den Radverkehr behindern und abgebaut werden müssten. Doch nun das Happy End: Auf die Beschwerde des ADFC hin hat die Gemeinde Bönningstedt prompt reagiert und die Sperre entfernt. Jetzt kommt die Hebamme mühelos hindurch und der Bürgermeister braucht keine Angst mehr vor einer bösen Schlagzeile in der Presse zu haben.

(Rolf Jungbluth)

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