20.08.2015 von Klaus Holst

Ein Krankenwagen als Fahrradwerkstatt: Die "Rad Retter" kommen

Sind hier Blaulicht und Martinshorn erlaubt?

Eine geniale Geschäftsidee verwirklichte der gelernte Zweiradmechaniker Melchior Schubert, als er sich dazu entschloss, sich selbständig zu machen: Er gründete eine mobile Fahrradwerkstatt. Der Name ist Programm: Als "Rad Retter" rettet er den Kunden samt Fahrrad aus der misslichen Situation, die eine Fahrradpanne mit sich bringen kann,
und bringt dessen Rad wieder zum Laufen.

Dazu kaufte er sich einen ausrangierten Krankenwagen, ließ das Zweiklanghorn als Dekoration noch dran und baute den Wagen zur Werkstatt um. Auf das Blaulicht musste er allerdings verzichten. Bei Anruf startet er mit seinem Wagen zu einer „Rettungsfahrt“, um dem Fahrrad(-patienten) Erste Hilfe zu leisten. An einigen Tagen steht er auch auf dem Wochenmarkt, und zwar gern auf solchen Märkten, in deren fahrradnahem Umkreis kein Fahrradhändler zu finden ist. Sein Einsatzgebiet ist das südwestliche Stormarn, Bargteheide, Ahrensburg, Ammersbek und das nordöstliche Hamburg.

Seit mehr als fünfzehn Jahren arbeitet Schubert in der Fahrradbranche. Als Zweiradmechaniker hat er nach seiner Ausbildung zehn Jahre in einem Fachbetrieb Fahrräder repariert. Jetzt ist der Jungunternehmer mobil unterwegs: Mit dem Service direkt vor Ort sparen die Kunden Zeit und müssen ihr plattes Rad nicht mehr zur Werkstatt bringen. Der mühselige Transport des kaputten Rades bleibt den Kunden erspart.

Oft ergibt es sich, dass Schubert gleich mehrere Fahrräder vor Ort reparieren soll. Denn, so zeigt die Erfahrung, wenn er schon einmal bei einem Hilfesuchenden zur Fahrradreparatur vor der Tür steht, stellt sich bald heraus, dass der Kunde in seinem Keller oder in seiner Garage noch eines oder mehrere traurig ausschauende Fahrräder stehen hat. Die warten oft schon lange mit platten Reifen, verstellter Schaltung oder schadhaften Bremsen auf ihre Wiederbelebung.

Dann heißt es: Rein in Schuberts (Werkstatt-)Krankenwagen zur gezielten Behandlung! Die Diagnose ist schnell gestellt, die Therapie folgt auf dem Fuß: Der Akkuschrauber summt, der Kompressor zischt, das Klappern der Werkzeuge ist zu hören, schnell noch ein paar Tropfen aus der Ölkanne – und ruckzuck rollt das eben noch scheintote Fahrrad tourentauglich aus der mobilen Werkstatt.

In seinem Wagen hat Schubert nicht nur alles an Bord, was er zur Reparatur braucht, auch die gängigen Ersatzteile und das wichtigste Zubehör hat er vorrätig. Seine Kunden können also nicht nur ihr Fahrrad reparieren lassen, sie können auch Ersatzteile kaufen oder sogar Fahrräder bestellen. Für die Anfahrt berechnet er eine Pauschale, alle weiteren Reparaturpreise können die Kunden direkt oder vorher am Telefon erfragen.

Seine dankbarsten Kunden sind diejenigen, die irgendwo am Straßenrand mit einer Panne gestrandet sind und (glücklicherweise!) Schuberts Telefonnummer dabei hatten. Dann heißt es: Anruf genügt – und wenn sein Werkstattwagen nicht gerade irgendwo auf dem Wochenmarkt eingekeilt ist, braust der "Rad Retter" los, ist auch ohne Blaulicht schnell zur Stelle und leistet Erste Hilfe.
Näheres unter http://www.dieradretter.de

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