26.12.2017 von Frank Spatzier

Editorial Heft 3-2017: Fahrradland Schleswig-Holstein?

Radfahrer haben es oft nicht leicht in Schleswig-Holstein

Dem Radverkehr gehört die Zukunft. Während die negativen Folgen des Autoverkehrs immer stärker den Alltag beherrschen, nimmt die Bedeutung des Radverkehrs als Gegenmittel zu Stau, Lärm- und Abgasbelastung stetig zu. Wer Lebensqualität und Sicherheit verbessern will, kommt an der Förderung des Radverkehrs nicht vorbei. Eine Binsenweisheit, die sich auch bei uns im Norden noch nicht herumgesprochen zu haben scheint.

Dabei bietet das flache Schleswig-Holstein doch beste Bedingungen für das Radfahren. Und auch der Radtourismus könnte angesichts abwechslungsreicher Landschaften und vielfältiger Sehenswürdigkeiten blühende Erfolge feiern. Keine Frage, der Titel "Fahrradland" würde Schleswig-Holstein bestens zu Gesicht stehen. Leider sieht die Realität anders aus.

Da wimmelt es von kaputten Radwegen, die ihre Wurzelaufbrüche und Schlaglöcher im Herbst unter rutschigem Laubmatsch verbergen. Viele Verkehrsführungen behindern und diskriminieren den Radverkehr fast schon systematisch, dazu fehlt es an sicheren Abstellanlagen für Fahrräder. Hinzu kommt die Ignoranz vieler Autofahrer, die Radwege gerne als Parkplätze missbrauchen und auch sonst Radfahrende gerne mal übersehen oder gefährden.

Der Weg zum Fahrradland scheint auch bei uns im Norden noch weit zu sein. Um so größer ist der Ansporn für den ADFC-Landesverband und seine Gliederungen, unser Land Stück für Stück fahrradfreundlicher zu machen. Gute Beispiele dafür sind die Forderungskataloge des Kreisverbandes Neumünster und der Ortsgruppe Flensburg, über die wir in dieser Ausgabe berichten.

Forderungen pro Radverkehr müssen natürlich auch an die neue Landesregierung herangetragen werden. Eine Aufgabe, die sich der Landesverband auf die Fahnen geschrieben hat. Ein Anfang wurde mit der Einladung des neuen Verkehrsministers Buchholz zur Landesversammlung und einem Kennenlerngespräch mit dem Landesvorsitzenden Thomas Möller gemacht.

Aber auch wenn er noch weit ist - wir sind bereits auf dem Weg zum Fahrradland. Dabei setzen sich der ADFC Schleswig-Holstein und seine Gliederungen aktiv dafür ein, dass die Zielgerade schnell in Sicht kommt.

Die Redaktion wünscht Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen besinnlichen und gesunden Jahresausklang!
       
Frank Spatzier

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