02.01.2014 von Klaus Holst

Editorial Heft 1/2014: Neue Impulse für das Fahrrad in der kommenden Legislaturperiode

Angela Merkels Besuch auf der Eurobike war gewissermaßen eine Premiere, denn zum ersten Mal hat ein Kanzler oder eine Kanzlerin die Eurobike besucht. Bei Messen wie der IAA  (Auto) oder der CeBIT (Computer) hingegen gehört die Kanzler-Eröffnung schon zum fest eingeplanten Programmpunkt.

 

Nun gut, es war Wahlkampfzeit, dennoch lässt es hoffen. In ihrer Rede sprach Merkel davon, in ihrer Jugend selbst viel Rad gefahren zu sein. Ihr Schulweg "war hinreichend lang und fiel genau in die heute präferierte Strecke von drei bis fünf Kilometern." Weiter bekannte sich Merkel zum Nationalen Radverkehrsplan 2020 und zu der Absicht, den Fahrradanteil in Deutschland durch geeignete Maßnahmen auf 15 % steigern zu wollen.

Das veranlassten den ADFC und andere Verbände, einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorzulegen: Modellprojekte wie Radschnellwege, Sanierung und Umbau vorhandener Radwege, Neubau von Radwegen an Bundesstraßen, Abstellanlagen an Bahnhöfen und insgesamt eine Verbesserung des Verkehrsklimas sind erforderlich, um den Radverkehrsanteil von 15 % zu erreichen. Nun braucht der zukünftige Verkehrsminister dem Bekenntnis seiner Chefin nur noch Taten (und Geld) folgen zu lassen. Oder war Merkels Besuch auf der Eurobike doch nur eine Wahlkampfveranstaltung? 

Etwas ganz Ungewöhnliches gab es kürzlich in Ostholstein: Zu einer Verkehrsschau wurde dieses Mal auch ein Vertreter des ADFC geladen. Rainer Aichele begleitete die zuständigen Behördenvertreter bei der Besichtigung neuralgischer Punkte und berichtet in diesem Heft von seinen Versuchen, den Blick der Verantwortlichen von der Windschutzscheiben-Perspektive auf die Fahrrad-Perspektive zu lenken. Oft half dabei nicht einmal der Verweis auf eindeutig formulierte Paragraphen in den Gesetzestexten. Sicher wäre es hilfreich, eine solche Verkehrsschau einmal mit Fahrrädern zu unternehmen, statt über das Radfahren aus dem Auto heraus zu urteilen. 

Eine ganz private Verkehrsschau sollte zu Beginn der dunklen Jahreszeit bei jedem auf dem Programm stehen: die Kontrolle der Beleuchtungsanlage am Fahrrad. Seit kurzem ist neben der Stromversorgung durch den Dynamo auch Akku- und Batterielicht erlaubt. Ob das Akkulicht nun „fest angebracht“ oder „vorübergehend und lose“ befestigt sein darf, ist zur Zeit noch unter den Juristen strittig. Auch darüber, ob die Beleuchtungseinrichtung jederzeit mitzuführen sei, herrscht noch keine Klarheit. Klar ist jedoch auf jeden Fall aber: das Licht muss funktionieren! 

Eine gute und sichere Fahrt durch die dunkle Jahreszeit wünschen

Klaus Holst und das PMS-Team

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