01.03.2015 von Frank Spatzier

Editorial aus Heft 1/2015: Die Zeichen der Zeit verschlafen?

Wie fahrradfreundlich ist Schleswig-Holstein? Gerade jetzt, am Beginn eines neuen Jahres, lässt sich diese Frage im Rückblick gut beantworten. Besonders augenfällig waren da die Radwege. Ihr Zustand: Oft marode bis katastrophal. Doch saniert wird kaum. Auf Wurzelaufbrüche und Schlaglöcher reagiert man lieber mit dem Hinweisschild „Achtung Radwegschäden.“ oder gar „Radfahrer absteigen.“ Darüber ärgern sich Einheimische wie Touristen.

Kein schönes Aushängeschild für Schleswig-Holstein, wo der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Im Kommen ist vor allem der Fahrradtourismus mit beachtlichen Zuwachsraten. Doch die fahrradbezogene Infrastruktur dümpelt noch auf dem Stand von anno dazumals.

In dieser Situation ist es wenig hilfreich, wenn eine antiquierte Regelung zur Genehmigungs- pflicht kollektiver Radtouren auf Bundes- und Landesstraßen für Verwirrung und Ärger sorgt. Immerhin ist das Verkehrsministerium um das Glätten der Wogen bemüht.

Nach langer Verzögerung liegt nun der Entwurf eines ministeriellen Leitfadens vor. Er soll Rechtssicherheit in Sachen Radtouren herstellen. Inhaltlich überzeugt das Papier jedoch kaum. Im Gegenteil: Die Situation der Veranstalter von Radtouren bleibt so unbefriedigend, wie vorher.

Und so entsteht schnell der Eindruck, dass man auf den verantwortlichen Ebenen die Zeichen der Zeit verschlafen hat. Doch Entwicklungen zu ignorieren, hat nichts mit politischer Gestaltung zu tun. Und hier kommt der ADFC Schleswig-Holstein ins Spiel. Er setzt sich aktiv für die Interessen der vielen Radfahrerinnen und Radfahrer ein. Zu tun ist, wie man sieht, auch in diesem Jahr jede Menge.

Rainer Aichele setzt sich mit der Genehmigungspflicht kollektiver Radtouren auseinander und zeigt an einem Beispiel aus dem Kreis Ostholstein, welche absurde Form eine solche Regelung annehmen kann. Auch Torben Frank nimmt sich dieses Themas an. Er ist als Tourenleiter besonders betroffen und geht dabei besonders auf die oft miserablen Radwege ein.

Dass es auch anders geht und man andernorts viel fortschrittlicher ist, schildert Klaus Holst. Er war mit dem Rad in Kopenhagen unterwegs, wo man schon frühzeitig den Auto- zugunsten des Radverkehrs zurückgedrängt hat. Das Ergebnis ist eine viel lebenswertere Stadt.

Alles in allem ist diese Ausgabe ein wenig umfangreicher, da die Ausgabe 4/2014 nicht erscheinen konnte. In Zukunft wird Sie die PETT MAN SÜLM wieder regelmäßig und auch pünktlich über alles rund um das Fahrradfahren in Schleswig-Holstein informieren,

Ein aktives, friedvolles und gesundes Fahrradjahr 2015 wünscht Ihnen im Namen der Redaktion

Frank Spatzier

Zurück

Einen Kommentar schreiben