01.09.2011 von Frank Spatzier

Dirtbike – ultimativer Kick für Unerschrockene

Ob Slopestyle, Downhill, Freedride oder 4Cross – hier ist Radfahren nichts für schwache Nerven. Klar, starke Nerven braucht man auch im alltäglichen Straßenverkehr. Doch wer den ultimativen Kick sucht, wird in der Funsportart Dirtbike bestimmt fündig. Und hier haben eher junge Leute die Nase vorn.

Unerschrockene Dirtbiker
Unerschrockene Dirtbiker

Ob Slopestyle, Downhill, Freedride oder 4Cross – hier ist Radfahren nichts für schwache Nerven. Klar, starke Nerven braucht man auch im alltäglichen Straßenverkehr. Doch wer den ultimativen Kick sucht, wird in der Funsportart Dirtbike bestimmt fündig. Und hier haben eher junge Leute die Nase vorn.

Die Räder von Liam und Mo können sich sehen lassen. Mit ihren gedrungenen Rahmen, den stabilen Laufrädern, den breiten Reifen und professionellen Federgabeln wirken sie wendig und robust. Das müssen sie auch sein, denn auf ihnen wird mit Karacho durchs Gelände geprescht. Und vor allem aber meterweit über hohe Rampen gesprungen.

Regelmäßig treffen sich die beiden 14-jährigen mit ihren Freuden an der Dirtbike-Bahn im ostholsteinischen Pansdorf. Diese besteht aus einer Reihe von aufgeschütteten Erdhügeln, einem sogenannten Trail aus Dirtjumps, die den Sportradlern als Rampen dienen. Stolz erzählen sie, dass sie alle gemeinsam den Bürgermeister überredet haben, die Sportanlage einzurichten. Eigeninitiative par excellence - ganz ohne Parteien und Verbände.

„Man muss schon mutig sein und viel trainieren“, erklärt Liam und vergisst dabei nicht, auf den Nutzen von Helm und Knieschützern hinzuweisen. Denn ungefährlich sei der Sport nicht, gibt er zu bedenken. Selbst Knochenbrüche kämen zuweilen vor. Doch was ist schon Funsport ohne ein bisschen Risiko? Genau: öde. Und so finden es Mo, Liam & Co. auch langweilig, das Rad einfach nur zum Radfahren zu benutzen. Aber dafür sind ihre Sportgeräte auch nicht gebaut. Die Sättel sind extrem tief eingestellt, weil man darauf ohnehin kaum sitzt. Und auch der Verzicht auf Gangschaltungen (neudeutsch: Singlespeed) ist wenig alltagstauglich.

Doch wenn es ans Springen über die Dirtjumps geht, zeigen die Räder ihre wahren Qualitäten. Genau wie die Fahrer, die mutig Anlauf nehmen und mit einem Höllentempo auf die Erdhügel zurasen. Dann springen sie mehrere Meter weit und führen dabei noch kleine Kunststücke aus. Unsicher wirkt keiner dabei. Klar, dass ihre Räder ständig gewartet, verbessert und auch repariert werden müssen. Verwendet werden nur Spezialbauteile, die die extreme Belastung gut überstehen und cool aussehen. Das Auge springt schließlich auch mit. Billig sei das nicht, meint Liam. Zudem bekäme man die nötigen Bauteile fast ausschließlich im Internet.

Doch für den Spaß lohne sich der Aufwand auf jeden Fall, meint er und nimmt wieder Anlauf für eine weitere Runde über den Trail. In hohem Bogen fliegt er durch die Luft und landet sicher auf dem Boden. Er tritt in die Pedale und springt über die nächste, übernächste und schließlich die letzte Rampe.

Ich habe mein Rad zwar dabei, verzichte aber dankend auf einen Selbstversuch. Und begründe es mit meiner empfindlichen Federgabel. Bloß keine Schwäche zeigen... (fs)

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