02.01.2014 von Klaus Holst

Der Mainradweg: Ein Radweg mit fünf Sternen

Frankfurt am Main (Foto: Klaus Holst)

In loser Folge möchten wir die beliebtesten Radfernwege aus der wohlwollend-kritischen Sicht des Tourenradlers vorstellen. Wir beginnen mit dem Mainradweg. Seine Besonderheit: Der ADFC hat ihn mit fünf Sternen (von fünf möglichen) ausgezeichnet. Also sind die Erwartungen hoch!

  • Länge: ca. 540 km von Bayreuth bis Mainz
  • Qualität des Belages: Durchgehend Asphalt, überall breit genug für Fahrradanhänger
  • Steigungen: zwischen Bayreuth und Mainz (fast) keine; wer von Bayreuth den Abstecher zur Quelle machen möchte, den erwarten erhebliche Steigungen
  • Sicherheit: Fast ausnahmslos vom übrigen Verkehr getrennte Wege, meist abseits von Straßen, teilweise jedoch auch straßenbegleitend; kurze Strecken auf wenig befahrenen Straßen
  • Beschilderung: sehr gut und unmissverständlich
  • Rastplätze und Schutzhütten: ausreichend
  • Gastronomie und Unterkünfte: zahlreich, im Raum Frankfurt etwas erhöhtes Preisniveau; zur Messezeit kann es eng (und teuer) werden!
  • Anreise: ab Hamburg mit IC-Zug bis Würzburg (kein Aufzug!), weiter mit RE-Zug bis Bayreuth 
  • Rückreise: ab Mainz durchgehend bis Hamburg mit IC-Zug; 
  • Achtung: der Fahrradplatz in IC-Zügen ist reservierungspflichtig!
  • Informationen: Mehrere Verlage geben Radreiseführer für den Mainradweg heraus. Die Website www.mainradweg.de ist ausführlich und informativ.  

 

Die fünf Sterne wurden vom ADFC nach radfahrtypischen Gesichtspunkten vergeben und garantieren eine rundum genussvolle Fahrt. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass der Mainradweg durch ein ganz besonders schönes Stück Deutschland führt. Meist verläuft der Weg zwischen sanften Hügeln hindurch, an Feldern und Weinbergen vorbei, durch kleine Städte mit Stadtmauern und -toren, mit Marktplätzen, mit hübschen Rathäusern und durch enge Gassen mit rosenbewachsenem Fachwerk links und rechts.

Selbst die Fahrt durch Frankfurt ist erholsam, obwohl der Weg mitten durch die Stadt verläuft. Wer nicht in die Innenstadt abbiegen will, um dem Römerberg, der Hauptwache und den Bankentürmen einen Besuch abzustatten, fährt absolut kreuzungs- und autofrei durch die Stadt, immer am Main entlang, jede der vielen Brücken wird unterquert, mit dem Verkehr oben drüber hat man nichts zu tun. Im Unterlauf des Flusses gibt es neben der Naturidylle jedoch auch Gewerbegebiete, Schnellstraßen, Hochspannungsleitungen, Kraftwerke, Autobahnakustik, ausufernde Siedlungen usw. Doch alles das ist nur Kulisse, (fast) nirgendwo kommt man mit dem Autoverkehr in unmittelbare Berührung.

Fazit: Wer Flussradwege mag und nach den norddeutschen Flüssen einmal etwas ganz anderes kennenlernen möchte, dem ist eine Tour am Main zu empfehlen. Allerdings darf man die etwas aufwändige An- und Rückreise nicht scheuen. Der ADFC fasst die Qualität des Mainradweges so zusammen: "Deutschlands erste vom ADFC klassifizierte 5-Sterne-Qualitätsradroute glänzt mit vorbildlicher Beschilderung, Streckenführung und zahlreichen fahrradfreundlichen Gastbetrieben. Von den Quellen bis zur Mündung in den Rhein erwarten den Reisenden abwechslungsreiche Landschaften, Städte und kulturelle Schätze." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Zurück

Einen Kommentar schreiben