08.10.2013 von Klaus Holst

Codierung; Eine Maßnahme gegen Fahrradklau

Ein Fahrraddiebstahl ist für den Fahrradbesitzer eine äußerst ärgerliche Angelegenheit. Zwar gibt es solide Schlösser, die einem Dieb die "Arbeit" erschweren, doch ist die Zahl der Diebstähle nach wie vor viel zu hoch. Manche Zeitgenossen "leihen" sich ein Fahrrad auch nur kurz aus und lassen es nach wenigen Kilometern irgendwo stehen, andere klauen es gezielt, um es dann weiter zu verkaufen.

Um einen Diebstahl unattraktiv zu machen und den Weiterkauf zu erschweren, hat sich in den vergangenen Jahren die Codierung von Fahrrädern bewährt. Sie erleichtert es, das gefundene oder zum Weiterverkauf angebotene Fahrrad seinem rechtmäßigen Eigentümer zweifelsfrei und sicher zuzuordnen. Bei der Codierung erhält das Fahrrad entweder eine Gravur mit einer bestimmten Buchstaben-Ziffern-Kombination oder einen Aufkleber. Viele ADFC-Gruppen bevorzugen den Aufkleber, der durch einen besonderen Klebstoff am Fahrradrahmen  angebracht wird. Die Gravur ist zwar "stabiler", hat aber den Nachteil, dass es bei dünnwandigen Rahmenmaterialien zu einem Garantieverlust durch den Hersteller kommt. 

Die Codenummer gibt Aufschluss über die Wohnanschrift des Eigentümers und kann von allen Behörden nachvollzogen werden. Die Verschlüsselung erfolgt nach dem EIN-System (Eigentümer Identifizierungs Nummer). Dieses System wurde von der Innenministerkonferenz der Länder gutgeheißen und zur Vermeidung von Diebstählen empfohlen. Vorteilhaft ist dabei, dass weder eine zentrale Registrierung noch eine Datenbank, die ständig gepflegt werden müsste, erforderlich ist. Fahrräder, die diese Codierung aufweisen, können von den Fundämtern entschlüsselt und dem Eigentümer zugeordnet werden. Je mehr Fahrradbesitzer ihr Rad codieren lassen, desto wirksamer ist das System. Optimal wäre es, wenn Fahrräder nur noch mit einer Codenummer verkauft würden.

 

Beispiel einer Codierung:   

SE 063 166 28 NN

Die Codiernummer wird in der Regel gut sichtbar auf der rechten Seite oder mittig auf dem Fahrradrahmen angebracht oder eingraviert. Die Buchstaben und Ziffern an dem angeführten Beispiel bedeuten folgendes: 

 - SE       steht für den Landkreis         (Kfz-Kennzeichen, 1 bis 3-stellig) 

 - 063      bezeichnet den Ort               (z.B.  Norderstedt, dreistellig)
 
- 0166    ist der Straßenschlüssel       (z.B. Rathausallee, vier bis fünfstellig, stattdes Straßenschlüssels, kann der Straßenname auch abgekürzt werden)
 
- 28        steht für die Hausnummer    (zwei bis dreistellig, ohne Zusätze wie a,b,cusw.)
 
- NN       steht für die Initialien des Eigentümers (zweistellig); z. T. wird auch nochdie Jahreszahl des Fahrradkaufs angefügt (zweistellig)

 

Die Vorteile der Codierung liegen auf der Hand:

 - Ein Weiterverkauf eines codierten Fahrrades ist ohne Eigentumsnachweis kaum möglich und wird dadurch für einen Dieb uninteressant.

- Anhand der Codiernummer kann die Polizei oder ein Fundamt sofort den Wohnortdes Eigentümers ermitteln. 

- Bei einer Kontrolle riskiert ein nichtberechtigter Nutzer als Dieb oder Hehleridentifiziert zu werden.

- Eine Speicherung vorgenannter Daten ist nicht erforderlich, da dieserZahlencode von den jeweiligen Meldeämtern sofort entschlüsselt werden kann. 

 

Nicht nur Fahrradbesitzer kennzeichnen ihr Eigentum nach diesem System, sondern auch Bootsbesitzer ihr Boot, Handwerker ihr Werkzeug, Kirchengemeinden ihre Kirchenschätze usw. Nach Beobachtungen der Polizei werden codierte Fahrräder auffällig weniger gestohlen, da sie sich nur schlecht als Hehlerware eignen. 

Wann und wo man sein Fahrrad codieren lassen kann, wird durch die örtliche Presse, durch Aushänge bei Behörden und Polizei, bei Fahrradhändlern oder den ADFC-Stellen mitgeteilt. Mitzubringen ist ein Personalausweis und die Rechnung für das Fahrrad. Näheres unter adfc.de

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