01.03.2015 von Andreas Teegen

Bessere Mitnahmemöglichkeiten von Fahrrädern in der Bahn?

Unser Mitglied Andreas Teegen hat bei der LVS (= Landesweite Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein, neuer Name NAH.SH) angefragt, ob eine bessere und kostengünstigere Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern in der Bahn möglich sei. Eine Zusammenfassung des Antwortschreibens der LVS lesen Sie im folgenden Text.

Der Geschäftsführer der LVS, Bernhard Wewers, zeigte Verständnis für den Wunsch, das eigene Fahrrad jederzeit in Bus und Bahn mitnehmen zu können. Man beschäftige sich bei der LVS mit dem Thema „Fahrradmitnahme im Zug“ ebenfalls schon seit vielen Jahren, das sei auch immer wieder Thema bei Gesprächen zwischen der LVS, diversen Fahrgastverbänden und Tourismusorganisationen gewesen.

Die große Herausforderung bestehe jedoch darin, einen Ausgleich zu finden zwischen der eigentlichen Kernaufgabe des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV), nämlich der Personenbeförderung, und dem berechtigten Wunsch, auch Fahrräder oder andere sperrige Gegenstände mitzuführen. Im SPNV wurden in den vergangenen Jahren an vielen Stellen die Mitnahmemöglichkeiten (saisonal) ausgeweitet.

Die LVS sieht aber gegenwärtig keine Möglichkeit, weitere Sitzplätze, die im Pendlerverkehr auf allen Strecken dringend und zunehmend gebraucht werden, durch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu ersetzen. Hier gebe es einen Zielkonflikt, der sich nicht für alle Seiten befriedigend lösen lasse. Die Regelungen zur Mitnahme von Fahrrädern würden schon weitgehend die Interessen aller Fahrgäste berücksichtigen.

Die aktuellen Fahrgastzahlen auf den stark belasteten Strecken vor allem nach Hamburg und in die kreisfreien Städte zeigen, wie be- grenzt die Kapazitäten in den Hauptverkehrs- zeiten bereits heute sind. Ein Ausweiten der Sitzplatzkapazitäten für die Hauptverkehrszeiten ist auf vielen Strecken dringend erforderlich. Eine dichtere Taktfolge bzw. eine Verlängerung der Zugeinheiten scheitern oft an der fehlenden Finanzierbarkeit, aber auch an den technischen Voraussetzungen: Es gibt keine freien Trassen mehr oder/und die Bahnsteige, an denen verlängerte Züge zum Halten kommen sollen, sind zu kurz.

Die LVS als Nahverkehrsverbund sei bestrebt, mit den Interessensverbänden, den Verkehrsunternehmen und Kommunen gemeinsam Lösungen dafür zu suchen, die sich ändernden Mobilitätsbedürfnisse der Menschen so gut wie möglich zu befriedigen. Dabei gehe es vor allem um langfristig finanzierbare Lösungen, die überall im Land funktionieren und damit für die Menschen verlässlich und nachvollziehbar sind.

Diverse Gremien (z. B. der landesweite Fahrgastbeirat) befassten sich be- reits mit diesen Themen. Klar sei jedoch auch, dass der Weg zu einer optimalen Lösung die Kreativität und Kompromissbereitschaft aller Beteiligter fordern wird. Der ADFC wird sich trotz aller nachvollziehbaren Einwände des LVS-Geschäftsführers weiterhin für eine problemlose Mitnahme von Fahrrädern im Öffentlichen Personennahver- kehr einsetzen.

Andreas Teegen/Fotos kh

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