03.10.2015 von Frank Spatzier

Aufgefallen: Gefährliche Querung der B208 bei Ratzeburg

Gefährliche Querung der B208 bei Ratzeburg

Während Überregulierung mancherorts ein Behördensport zu sein scheint, gibt es als Gegenwicht auch eklatante Fälle von Unter- oder besser Fehlregulierung. So kommt es etwa nicht selten vor, dass die Führung von Radwegen mit Hindernissen garniert wird, die lebensgefährlich sein können. Ein solches Beispiel ist auf dem - ohnehin unsäglichen - Radweg entlang der B207 zwischen Lübeck und Ratzeburg zu finden.  

Leidensfähig muss der Fahrradfahrer (und natürlich auch die Fahrradfahrerin) sein, der von Lübeck aus entlang der B207 in Richtung Ratzeburg unterwegs ist. Wer die Rüttelpartie auf dem maroden Radweg zwischen Buchholz und Einhaus heil überstanden hat, muss kurz vor Ratzeburg die B208 überqueren. Diese Verkehrsader mündet dort nämlich in ihre lärmige Schwester 207, die auf dieser Höhe Lübeck mit Ratzeburg und Mölln verbindet.

Und wie so oft muss der Radverkehr dem KFZ-Verkehr Vorfahrt gewähren. Wäre für einen Autofahrer ja unzumutbar, kurz anzuhalten oder langsam zu fahren, um den Radweg einzusehen. Nein, soll doch der Radler gefälligst gucken, wenn er sich schon nicht von den unzähligen Schlaglöchern und Wurzelaufbrüchen abschrecken lässt.

Aber das ist genau an dieser Stelle nicht ungefährlich. Denn wer aus Richtung Lübeck kommt, muss den rückwärtigen Verkehr im Auge haben, der von der B207 in die B208 einbiegt. Keine leichte Übung, denn hierzu muss der Kopf um 180 Grad verrenkt werden. Zusätzlich behindert die Leitplanke die Sicht auf den schnell heranrasenden KFZ-Verkehr.Und dieser wird nicht einmal durch ein Warnschild oder eine Fahrbahnmarkierung auf den querenden Radweg aufmerksam gemacht.

Es wissen wohl nur die Benzingötter, warum man nicht den Radverkehr an dieser Stelle bevorrechtigt. Denn so viele Radlerinnen und Radler sind dort nicht unterwegs, als dass es den Autoverkehr arg beeinträchtigen würde. Oder warum man nicht einmal Geld und Zeit für kleines Warnschilchen übrig hat. Na ja, so sieht nun mal die Realität im Selbsternannten Fahrradland Schleswig-Holstein aus.

Übrigens halten erstaunlich viele Autofahrer an dieser Stelle an und geben dem Radverkehr die Vorfahrt. Ob aus Höflichekeit oder Solidarität - auf jeden Fall ein Grund für ein Dankeschön!

 

Gefährliche Querung der Abbiegespur von der B207 in die B208

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