28.10.2012 von Frank Spatzier

Auch in Heide gibt`s lange Tage: Bericht von der Landesmitgliederversammlung 2012

Carsten Massau stellt sich vor
Carsten Massau stellt sich vor

In Heide gibt es viel zu sehen. Dithmarschens Kreisstadt besitzt den größten Marktplatz Deutschlands, eine nette Einkaufsmeile sowie Schleswig-Holsteins höchsten Wasserturm. Auch das Hinterland mit Nordseeküste und Wattenmeer kann sich sehen lassen. Kurzum, Heide und Umgebung eignen sich bestens als Ziel eines ausgedehnten Radurlaubes. Für die Teilnehmer der diesjährigen Landesversammlung des ADFC Schleswig-Holstein (ADFC-SH) standen am 15. September allerdings weniger die lokalen Sehenswürdigkeiten im Vordergrund, um so mehr jedoch die Geschicke des Landesverbandes.

Auf der Eröffnung ging es lebhaft zu. Weil auch die Frau des Heider Bürgermeisters Termine wahrnehmen musste, hatte Ulf Stecher (CDU) nicht nur eine Rede im Gepäck, sondern auch seine Sprösslinge im Schlepptau. Diese fanden die Worte ihres Papas wohl weniger interessant, als die Mitglieder des ADFC-SH. Und weil sich Langeweile im jungen Alter noch nicht so gut kaschieren lässt wie in späteren Jahren, tobten die Kleinen munter durch den Saal und sorgten für Abwechslung. Dazwischen berichtete Ulf Stecher von der Verbesserung der Heider Fahrradinfrastruktur sowie von einem eigens von ihm entworfenen Verbotsschild für Radfahrer in der Fußgängerzone. 

Weil Staatssekretär Frank Nägele (SPD) aus dem Kieler Verkehrsministerium verhindert war, wurde sein Grußwort von Heinz-Jürgen Heidemann verlesen. Darin wurde die Absicht geäußert, Schleswig-Holstein zum Fahrradland Nummer Eins zu machen sowie die Potenziale des Radverkehrs auszubauen. Abschließend bedankte sich Nägele für die gute Zusammenarbeit - auch bei unterschiedlichen Meinungen.

Für die gastgebende Ortsgruppe Heide begrüßte Heiko Wagner das Plenum. Er betonte die vielen Verbesserungen der Infrastruktur für Radfahrer, die die Ortsgruppe im Laufe ihres 15-jährigen Bestehens geleistet habe. Im Anschluss an seine Worte konnte er gleich am Platz bleiben, denn er wurde zusammen mit Juliane Besendahl und Carsten Kramer (Vorsitzender) ins Tagespräsidium gewählt. Dieses erteilte sodann dem neuen Landesgeschäftsführer Carsten Massau das Wort, der sich den Teilnehmern ausführlich vorstellte und von seinen Eindrücken aus den ersten zehn Arbeitstagen im Landesverband berichtete. 

Neu im Amt, wenn auch nicht ganz so neu wie Carsten Massau, war auch ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork. Der studierte Theologe und professionelle Fahrradlobbyist referierte ausführlich über aktuelle Entwicklungen im ADFC sowie die Zukunftsaussichten des Verbands inklusive der damit verbundenen strategischen Erfordernisse. Und da sich volle Köpfe und knurrende Mägen nur selten ergänzen, sorgte die Kantine der Heider Jugendherberge darauf für das leibliche Wohl.

Wieder gestärkt lauschte das Plenum nach der Mittagspause dem Rechenschaftsbericht des Landesvorstands. Dessen Vorsitzender Heinz-Jürgen Heidemann berichtete zunächst von der positiven Mitgliederentwicklung im ADFC-SH. Diese lag zuletzt 3,8% über dem Vorjahresmonat und übertraf damit sogar den Bundestrend. 

Anschließend erläuterte er die neue Arbeitsweise des Vorstands seit der Landesversammlung 2011. Ab da wurden die Verbandsangelegenheiten in abgegrenzte Arbeitsbereiche aufgeteilt, die von einzelnen Vorstandsmitgliedern eigenverantwortlich bearbeitet werden (siehe Rubrik „Ansprechpartner“, d. Red.). Diese Umstellung habe sich bewährt, so Heidemann, auch könne eine Intensivierung der Vorstandsarbeit, eine Effizienzsteigerung sowie eine positive Auswirkung auf die Eigenmotivation festgestellt werden. Mit dem Antrag Nr. 3 bitte der Vorstand daher darum, dieses Arbeitsprinzip in der Satzung zu verankern.  

Ein dickes Dankeschön ging danach an alle Aktiven im Land. Ohne sie hätten die in der Verantwortung des Vorstands durchgeführten Veranstaltungen und Aktion nicht stattfinden können, so Heidemann. Ebenso dankte er Beate Brandt und Martina Dencker, die die Landesgeschäftsstelle ein knappes Jahr lang alleine geführt haben und trotz des Mehranfalls an Arbeit nie gejammert hätten. Mit Carsten Massau als neuem Geschäftsführer sei das Team nun wieder komplett. Er zeigte sich überzeugt, dass das Arbeiten in der neuen Geschäftsstelle mit ihren größeren Räumen und der modernen Büroausstattung viel angenehmer sein werde. Rückblickend auf das eher außergewöhnliche Jahr 2012 schloss Heidemann mit der Feststellung, dass sich der Vorstand darüber bewusst sei, Weichen für die Zukunft gestellt zu haben.

Es folgte der Finanzbericht, den Schatzmeister Sönke Lunding vortrug. Der Haushaltsplan für das Jahr 2013 wurde angenommen.

Die Abstimmungen über die satzungsverändernden Anträge ergaben folgende Ergebnisse:

Antrag Nr. 1

(Aufnahme des Verbraucherschutzes als weiteren Vereinszweck in die Satzung) wurde einstimmig angenommen.

Antrag Nr. 2

(Erstattung von Auslagen für satzungsgemäße Vereinsarbeit auf Antrag / Einführung der Ehrenamtspauschale) wurde nach kontroverser Diskussion zurückgestellt. 

Antrag Nr. 3

(Neuregelung der Gliederung des Vorstands: „Stellvertretende Vorsitzende“ anstelle von „Beisitzern“) wurde nach zwei Änderungen mit 2/3-Mehrheit angenommen. 

Doch damit waren noch nicht alle anstehenden Entscheidungen getroffen worden. Da die  Amtszeit der Vorstandsmitglieder Ines Petzlaff und Frank Spatzier abgelaufen war, stellten sich beide zur Wiederwahl. Auf sie kam die zuvor erfolgte Satzungsänderung erstmalig zur Anwendung und sie wurden zu stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Als Delegierte für die kommende Bundeshauptversammlung wählte die Landesversammlung Carsten Massau, Carsten Kramer, Katja Brüning, Heinz-Jürgen Heidemann und Wolfgang Kromat.

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